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Öfen im RZR Herten II nun offiziell unter Feuer / Neue MVA verbrennt Gewerbeabfälle / Anlage ist für AGR Baustein zur Zukunftssicherung

(Herten, 15.05.2009) Die Entsorgung von gewerblichen Siedlungsabfällen soll im Ruhrgebiet und der umliegenden Region künftig logistisch einfach und langfristig gesichert sein. Dazu trägt jetzt die neue Müllverbrennungsanlage RZR Herten II (Kreis Recklinghausen) bei, die heute der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Auftraggeberin und Betreiberin des Projektes mit einem Volumen von rund 175 Mio. Euro ist die AGR – Abfallentsorgungs-Gesellschaft Ruhrgebiet, eine Tochter des Regionalverbandes Ruhr. Errichtet wurde die Anlage unter der Regie von Fisia Babcock Environment aus Gummersbach. Praktisch wird der Müll im Rahmen des für solche Projekte üblichen längeren Inbetriebnahmeprozesses schon seit Ende 2008 verbrannt.

Die zwei Verbrennungslinien mit konventioneller Rostfeuerung auf neues-tem technischen Stand mit einer vom Heizwert des Abfalls abhängigen Ka-pazität bis zu ca. 300.000 Tonnen/Jahr sind auf dem Gelände des beste-henden RZR Herten errichtet worden. Dort stehen bereits zwei Verbren-nungsöfen für Siedlungsabfälle und zwei Drehrohröfen für Sonderabfälle. Wegen dieser Kombination der Verbrennung von Siedlungs-, Gewerbe- und Sonderabfällen an einem Standort und seiner vorbildlichen Rauchgasreini-gungstechnik gilt das RZR Herten weltweit als Referenzanlage für moderne Müllverbrennung.

Insgesamt stehen in Herten nun Behandlungskapazitäten bis zu 600.000 Tonnen/Jahr im Siedlungsabfallbereich und bis zu 112.000 Tonnen /Jahr im Industrieabfallbereich zur Verfügung. Die bei der Verbrennung erzeugte Energie wird überwiegend verstromt und nach Abzug des Eigenbedarfs in das Netz der Stadt Herten eingespeist.

AGR Geschäftsführer Dietrich Freudenberger verwies bei der Begrüßung auf den langen Weg des Neubaus. So datierten die ersten Planungen be-reits aus dem Beginn der 90er Jahre, als für die AGR das Auslaufen der Siedlungsmülldeponierung erkennbar wurde. Im Mai 1995 sei von der Be-zirksregierung in Münster die Genehmigung erteilt, aber der Bau wegen des seinerzeitigen Runs auf die schließenden Deponien bis 2004 verschoben worden.

Freudenberger in Anspielung auf die Krise um die ehemalige AGR Tochter Brochier: „In einer ganz schwierigen Situation haben wir den Grundstein dann im Oktober 2006 gelegt. Dass wir nun Müll verbrennen und Strom erzeugen ist ein Beweis, dass wir uns aus eigener Kraft neue wirtschaftliche Perspektiven geschaffen haben. Das belegen unsere wieder positiven Ge-schäftsabschlüsse 2007 und 2008.“ Freudenberger dankte auch den Anla-genbauern für ihre bemerkenswerte Leistung: „Fisia Babcock Environment und die eigene Mannschaft haben Arbeit „Made in Germany“ abgeliefert. Schon jetzt zeigen die Besucheranfragen, dass hier wieder eine Referenz-anlage errichtet wurde.“

„Für die Größe des Bauvorhabens“ so Freudenberger in seiner Rede, „ist das Projekt unproblematisch realisiert worden. So haben wir den finanziell gesetzten Rahmen, trotz zum Beispiel der gestiegenen Stahlpreise, ein-gehalten.“ Als Indiz für sorgfältige Planung und Ausführung wertete der AGR Chef, dass nicht ein gravierender Unfall den Anlagenbau belastet ha-be.

Dr. Alexander Schink, Staatssekretär im Umweltministerium von Nordrhein-Westfalen, konzentrierte sich bei seinem Grußwort auf die aktuellen abfall-politischen Schwerpunkte der Landesregierung. Dabei verschwieg er nicht seine grundsätzlich kritische Haltung zur Entwicklung der Verbrennungska-pazitäten im Lande.

Anschließend schalteten Schink und Freudenberger gemeinsam mit Regio-naldirektor Heinz-Dieter Klink, dem Landrat des Kreises Recklinghausen, Jochen Welt, Hertens Bürgermeister Dr. Uli Paetzel und Fisia Geschäfts-führer Dr. Gert Riemenschneider das RZR Herten II an einem überdimensi-onalen Voltmeters auf EIN, um so auch offiziell den Start der neuen Müll-verbrennungsanlage zu dokumentieren.

Untermalt wurde die Inbetriebnahmefeier unter dem Motto „Feuer und Flamme für das RZR Herten“ durch informative Diskussionsbeiträge, aber auch durch Showeffekte wie Trommelbegleitung auf Mülltonnen und Feuer-werk. Zwei Tage später, am 17. Mai, hat die Bevölkerung im Rahmen eines Tages der offenen Tür Gelegenheit, die Anlage in Augenschein zu nehmen. Dieses Familienfest der AGR mit Beteiligung von rund 60 örtlichen Vereinen und Institutionen zieht regelmäßig bis zu 15.000 Besucher in die Müll-verbrennungsanlage RZR Herten.



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